Qualitätskontrolle – Standards sichern, Reklamationen vermeiden

Qualitätskontrolle Gebäudereinigung: Checklisten, Kontrollsysteme und Protokolle für weniger Reklamationen und zufriedene Kunden. Mit Vorlage.

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SmartSchicht Team

3. März 20267 Min. Lesezeit

Ein Reklamationsanruf vom Kunden ist unangenehm. Mehrere davon pro Woche sind ein systemisches Problem. Qualitätskontrolle in der Gebäudereinigung ist keine Frage des Misstrauens gegenüber Mitarbeitern – sie ist ein betriebliches Steuerungsinstrument. Wer Qualität kontrolliert, erkennt Schwachstellen früh, bevor der Kunde sie meldet. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie ein einfaches, praxistaugliches Kontrollsystem aufbauen.

Warum Qualitätskontrolle in der Gebäudereinigung so schwierig ist

Was macht Qualitätssicherung in der Reinigung so herausfordernd?

Die Herausforderung liegt in der Natur des Geschäfts: Reinigungskräfte arbeiten dezentral, oft zu Zeiten, zu denen niemand vom Betrieb vor Ort ist. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist flüchtig – ein gereinigtes Büro sieht nach einem halben Arbeitstag wieder anders aus. Und die Qualitätsperzeption ist subjektiv: Was für den Mitarbeiter sauber ist, empfindet der Auftraggeber vielleicht als unzureichend.

Häufige Probleme ohne Kontrollsystem:

  • Bereiche werden systematisch ausgelassen (Ecken, Hochflächen, hinter Möbeln)
  • Reinigungsstandards sind nicht schriftlich definiert – jeder macht es anders
  • Neue Mitarbeiter kennen die Objektanforderungen nicht genau
  • Reklamationen kommen zu spät, um den Ursachen nachzugehen
  • Kunden kündigen, ohne eine Chance zur Verbesserung zu geben

Die drei Ebenen der Qualitätskontrolle

Ein funktionierendes System arbeitet auf drei Ebenen:

Ebene 1: Eigenverantwortung der Reinigungskraft

Die erste Qualitätskontrolle macht die Reinigungskraft selbst. Voraussetzung dafür: Sie weiß genau, was erwartet wird.

Maßnahmen:

  • Schriftliches Leistungsverzeichnis pro Objekt (was wird gereinigt, wie oft, in welcher Qualität)
  • Einweisung bei Arbeitsbeginn: Einmal zeigen, was Standard ist
  • Checkliste am Objekt, die der Mitarbeiter nach jeder Reinigung abhakt

Ebene 2: Führungskraft / Vorarbeiter-Kontrolle

Teamleiter oder Vorarbeiter prüfen stichprobenartig – regelmäßig, nicht nur bei Beschwerden.

Empfohlene Frequenz:

  • Neue Objekte: wöchentlich in den ersten 4 Wochen
  • Laufende Objekte: 1× pro Monat Stichprobe
  • Nach Personalwechsel am Objekt: 2× in den ersten 3 Wochen

Bewertungsbogen mit einheitlichen Kategorien und Punkten ermöglicht Vergleiche über Zeit.

Ebene 3: Kundenfeedback aktiv einholen

Wer auf Reklamationen wartet, ist immer zu spät. Professionelle Betriebe holen aktiv Feedback ein:

  • Regelmäßiges Gespräch mit dem Ansprechpartner beim Kunden (z. B. Hausmeister, Facility Manager) – monatlich oder quartalsweise
  • Kurze schriftliche Zufriedenheitsabfrage (per E-Mail oder Brief) 1-2× pro Jahr
  • Reaktionsprotokoll bei jeder Reklamation: Was war der Mangel, wann behoben, was wurde geändert?

Qualitätsbewertung: Welche Kriterien sind relevant?

Bewertungsfelder für eine Reinigungskontrolle

Eine standardisierte Qualitätskontrolle bewertet folgende Bereiche:

BewertungsbereichTypische Kriterien
BödenSauber, frei von Staub, Flecken, Haaren, Schmierspuren
Oberflächen / MobiliarAbgestaubt, wischfeucht gereinigt, frei von Fingerabdrücken
SanitäranlagenDesinfektion erkennbar, Armaturen poliert, Spiegel streifenfrei
Glasflächen (innen)Streifenfrei, Rahmen gereinigt
AbfallentsorgungEimer geleert, Säcke gewechselt, kein überfüllter Müll
GerätezustandSauber, ordentlich verstaut, keine Schäden
VerbrauchsmaterialSeife, Papier, Handtücher aufgefüllt
Einhaltung ReinigungsplanAlle vorgesehenen Bereiche bearbeitet

Bewerten Sie jede Kategorie mit einem einfachen System (z. B. 1–3: erfüllt / teilweise erfüllt / nicht erfüllt).

Reklamationsmanagement: Richtig reagieren

Wie geht man professionell mit Reklamationen in der Gebäudereinigung um?

Jede Reklamation ist eine Chance, einen Kunden zu behalten. Entscheidend ist die Reaktionsgeschwindigkeit und die Haltung.

5-Schritte-Prozess für jede Reklamation:

  1. Sofort bestätigen: Reklamation innerhalb von 2 Stunden schriftlich bestätigen ("Danke für den Hinweis, wir kümmern uns.")
  2. Ursache klären: Was genau war der Mangel? War es ein Einzelfall oder systematisch?
  3. Nacharbeit organisieren: Innerhalb von 24 Stunden nachgebessert – möglichst gleicher Tag.
  4. Maßnahme definieren: Was wird geändert, damit es nicht wieder passiert?
  5. Dokumentieren: Reklamation, Ursache, Maßnahme und Abschlussdatum schriftlich festhalten.

Was Kunden erwartet: keine Diskussion, keine Ausreden, schnelles Handeln.

Was Kunden toleriert: Einmalige Fehler, wenn die Reaktion professionell ist.

Was Kunden zur Kündigung bringt: Fehler, die sich wiederholen – und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

Dokumentation: Die Grundlage jedes Qualitätssystems

Ohne Dokumentation gibt es kein Qualitätsmanagement. Was mindestens schriftlich vorliegen sollte:

  • Leistungsverzeichnis pro Objekt: Was wird gemacht, wie oft, nach welchem Standard
  • Einweisungsprotokoll: Wer wurde am Objekt eingewiesen, wann, durch wen
  • Kontrollprotokolle: Datum, Bewerter, Ergebnis pro Kategorie, Maßnahmen
  • Reklamationslog: Datum, Beschreibung, Maßnahme, Abschluss

Ein einfaches System – auch auf Papier oder in einer Tabelle – ist besser als kein System.

Qualitätsstandards schriftlich definieren: Das Leistungsverzeichnis

Das Leistungsverzeichnis ist das wichtigste Dokument der Qualitätssicherung. Es beschreibt für jedes Objekt:

  • Welche Bereiche gereinigt werden (Räume, Flächen, Einrichtung)
  • Wie oft (täglich, wöchentlich, monatlich, nach Bedarf)
  • Nach welchem Standard (Desinfektionspflicht, Materialvorgaben, Besonderheiten)
  • Mit welchen Mitteln (falls Vorgaben des Kunden bestehen)

Das Leistungsverzeichnis schützt auch Sie als Auftragnehmer: Was nicht im Verzeichnis steht, ist keine vertraglich geschuldete Leistung.

Qualitätskontrolle und Mitarbeiterführung

Qualitätskontrollen müssen richtig kommuniziert werden. Mitarbeiter, die sich beobachtet und bewertet fühlen, reagieren empfindlich. Wichtige Grundsätze:

  • Kontrollen sind kein Misstrauen, sondern Standard. "Wir kontrollieren alle Objekte, weil es unsere Pflicht gegenüber dem Kunden ist."
  • Ergebnisse immer sachlich kommunizieren – nie vor Kollegen
  • Bei Mängeln: Zuerst fragen, dann bewerten ("War etwas heute anders am Objekt?")
  • Gute Ergebnisse ausdrücklich loben. Wer nur bei Mängeln spricht, signalisiert ungewollt, dass Kontrolle Strafe bedeutet.

Fazit: Qualität ist kein Zufall

In der Gebäudereinigung entscheidet Qualitätskontrolle darüber, ob Kunden bleiben oder gehen. Ein strukturiertes System – mit klar definierten Standards, regelmäßigen Stichproben und einem professionellen Reklamationsprozess – macht den Unterschied zwischen einem Betrieb, der ständig neue Kunden sucht, und einem, der seinen Bestand langfristig hält.

Beginnen Sie mit dem Leistungsverzeichnis: Definieren Sie für Ihre drei wichtigsten Objekte schriftlich, was erwartet wird. Das kostet eine Stunde – und spart langfristig viele Reklamationsgespräche.

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